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Höhle
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top
Eine Höhle ist eine durch natĂŒrliche Prozesse gebildete unterirdische Hohlform, die ganz oder teilweise von anstehendem Gestein umschlossen ist. Der Hohlraum ist entweder ganz oder teilweise von gasförmigen, flĂŒssigen Medien (in der Regel Luft oder Wasser) erfĂŒllt, er kann aber nachtrĂ€glich mit Sedimenten verfĂŒllt worden sein. Höhlen sind in der Erdkruste hĂ€ufig und befinden sich besonders in den Karstgebieten, wo die KohlensĂ€ureverwitterung der maĂgebliche Prozess der Höhlenbildung ist.cite-ref-1[1]
Die Erscheinungsformen von Höhlen sind vielfĂ€ltig und sie können nach GröĂe, Entstehung und Rauminhalt unterschieden werden. Die Mammoth-Cave in den USA ist mit ĂŒber 685 km Vermessungsstrecke aktuell die lĂ€ngste bekannte Höhle der Welt. Höhlen sind von groĂer Bedeutung fĂŒr die ArchĂ€ologie und PalĂ€ontologie, da aufgrund der geschĂŒtzten Lage und relativ konstanten Umweltbedingungen gute Konservierungseigenschaften herrschen. Mit der Höhlenmalerei gibt es die Ă€ltesten Nachweise menschlichen Kunstschaffens. Die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung von Höhlen beschĂ€ftigt, wird als SpelĂ€ologie bezeichnet.
2025 erklĂ€rt die UNESCO den 13. September zum Internationalen Tag fĂŒr Höhlen und Karst.cite-ref-2[2]
Contents
âą Definition
⹠Halbhöhle
⹠Höhlensystem
⹠SchÀchte
âą NaturbrĂŒcken
âą Bezeichnungen
⹠SpelÀogenese
âą Entstehung
⹠Höhleninhalt
âą Feste Stoffe
âą FlĂŒssigkeiten
âą Gase
âą Klima
âą Temperatur
âą Luftfeuchtigkeit
âą WetterfĂŒhrung
âą Fauna
âą Flora
⹠Höhle als Motiv
âą Sonstiges
âą Siehe auch
âą Filme
âą Periodika
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Definition
Eine exakte eindeutige Definition besteht noch nicht. Nach Hubert Trimmel ist folgende Definition gĂŒnstig: Eine Höhle ist eine durch natĂŒrliche Prozesse gebildete unterirdische Hohlform, die ganz oder teilweise von anstehendem Gestein umschlossen wird. Eine Höhle ist ein Hohlraum innerhalb des Gesteins. Sowohl mit Luft gefĂŒllte HohlrĂ€ume als auch wassergefĂŒllte werden gleichermaĂen als Höhle bezeichnet, auch solche, die nachtrĂ€glich teilweise oder ganz mit festen Sedimenten angefĂŒllt wurden. Um Höhlen von Nischen, ĂberhĂ€ngen und dergleichen abzugrenzen, muss die horizontale bzw. vertikale Tiefenerstreckung und die maximale Weite der Tagöffnung mindestens im VerhĂ€ltnis 1:1 stehen. Diese Definition des Begriffs in der SpelĂ€ologie unterscheidet sich vom umgangssprachlichen Gebrauch.cite-ref-fachw-rterbuch-a-3-0[3] In Ăsterreich und einigen anderen LĂ€ndern wird als Untergrenze fĂŒr die Aufnahme einer Höhle ins Höhlenverzeichnis (bis auf wenige Ausnahmen) eine GanglĂ€nge von 5 m vorausgesetzt.cite-ref-v-h-4-0[4]
Demnach sind durch Eingriffe des Menschen entstandene HohlrĂ€ume wie z. B. Bergwerke, ErdstĂ€lle, FelsengrĂ€ber, HypogĂ€en, Katakomben, Luftschutzstollen, Souterrains oder artifizielle Wohnhöhlen keine Höhlen. In letzter Zeit wird dafĂŒr auch der Begriff Subterranea benutzt (abgeleitet von dem lateinischen Wort fĂŒr unterirdisch), bisher aber vorwiegend im Englischen.
Halbhöhle
Das Hauptmerkmal von Halbhöhlen ist, dass ihre Tiefe geringer ist als die Breite des Portals und sie keinen lichtlosen Höhlenteil aufweisen. Von groĂer Entfernung sehen solche Halbhöhlen oft aus wie Portale normaler Höhlen. Eine Halbhöhle, deren Portalbreite mit der Tiefe des Eindringens in den Gesteinskörper annĂ€hernd gleich ist oder diese sogar ĂŒbertrifft, wird besonders dann, wenn auch die Höhe des Portals die Breite erreicht oder ĂŒbertrifft, als Nischenhöhle oder Felsdach (Abri) bezeichnet. Derartige FelsdĂ€cher bieten Schutz gegen WitterungseinflĂŒsse und sind hĂ€ufig bedeutende archĂ€ologische FundstĂ€tten.cite-ref-trimmel-c-5-0[5]
Höhlensystem
| GesamtlÀnge | ganz oder nahezu unverzweigt | netzförmig oder labyrinthartig verzweigt |
|---|---|---|
| unter 50 m | Kleinhöhle | Kleinhöhlensystem |
| 50 m bis 500 m | Mittelhöhle | Mittelhöhlensystem |
| 500 m bis 5000 m | GroĂhöhle | GroĂhöhlensystem |
| ĂŒber 5000 m | Riesenhöhle | Riesenhöhlensystem |
Unter einem Höhlensystem versteht man ein zusammenhĂ€ngendes, durch eine oder mehrere Tagöffnungen zugĂ€ngliches, verzweigtes Netz von HöhlenrĂ€umen. Einzelne Verbindungsstrecken innerhalb eines Höhlensystems können durch festen oder flĂŒssigen Rauminhalt unpassierbar geworden sein. In einem gröĂeren Höhlensystem werden je nach den Dimensionen der einzelnen Höhlenstrecken HauptgĂ€nge (HaupthöhlenzĂŒge) und Nebenstrecken (NebenhöhlenzĂŒge) oder Seitenlabyrinthe unterschieden. FĂŒr EinzelrĂ€ume innerhalb eines Höhlensystems (Hallen, Dome, Kammern) wird die Bezeichnung Höhle nicht verwendet. In der SpelĂ€ologie ist es ĂŒblich, zwischen Höhlensystemen mit vorwiegender Horizontalentwicklung (Horizontalhöhlen) und Höhlensystemen mit vorwiegender Vertikalentwicklung (Schachthöhlen) zu unterscheiden. Die beiden Grundtypen lassen sich jedoch hĂ€ufig nicht strikt trennen, da viele Systeme horizontale als auch vertikale Strecken aufweisen.cite-ref-trimmel-b-6-0[6]
Wenn es gelingt, eine Verbindung zwischen zwei benachbarten Systemen nachzuweisen, wird in der Regel der Name des vorher gröĂeren Systems fĂŒr das Gesamtsystem ĂŒbernommen. Ein Beispiel ist das Unterwasserhöhlensystem Sac Actun in YucatĂĄn. Zum Zeitpunkt der Vereinigung 2007 war Sac Actun 14,3 km lĂ€nger als das benachbarte System Nohoch Nah Chich.cite-ref-tauchsport-de-7-0[7] Der offizielle Name ist daher Sistema Sac Actun (mit 378 km das zweitlĂ€ngste Unterwassersystemcite-ref-qrss1-8-0[8]).
Wenn man mehrere Höhlen durch kĂŒnstliche VerbindungsgĂ€nge vereinigt, entsteht ebenfalls ein Höhlensystem. In diesem Fall bleiben zumeist die Namen der Höhlen erhalten. Der Name fĂŒr das Gesamtsystem lautet dann zum Beispiel âBergerhöhlen-Platteneckeishöhlen-Bierloch-Systemâ. Dieses System besteht aus drei ursprĂŒnglich getrennten Höhlen im Tennengebirge in Salzburg.
SchÀchte
SchÀchte sind Höhlenstrecken mit vorwiegender Vertikalerstreckung. Schachthöhlen sind Höhlen, die an der ErdoberflÀche mit senkrecht oder nahezu senkrecht verlaufenden SchÀchten ansetzen. Es kommt vor, dass durch Horizontal- oder auch SchrÀgstrecken in einem Höhlensystem zunÀchst der Schachtgrund erreicht wird, wÀhrend die oberhalb eines Schachtes ansetzenden Strecken erst spÀter durch Aufstieg durch die Schachtstrecke bekannt werden. In manchen Schachthöhlen befindet sich am Schachtgrund ein im Allgemeinen horizontal verlaufendes Höhlensystem.cite-ref-trimmel-b-6-1[6]
NaturbrĂŒcken
Siehe auch
:
Felsentor
NaturbrĂŒcken weisen eine Breitenausdehnung auf, die der LĂ€ngserstreckung zwischen den beidseitigen Portalen gleichwertig ist oder diese ĂŒbertrifft. NaturbrĂŒcken sind vielgestaltig und verschiedene Ăbergangsformen zwischen NaturbrĂŒcken und Durchgangshöhlen, bei denen die beiden Tagöffnungen weiter voneinander entfernt oder bei geringer LĂ€ngenausdehnung ungleich groĂ sind, sind möglich. Die meisten NaturbrĂŒcken stellen Ăberreste einer Höhle oder eines eingestĂŒrzten Höhlenganges dar (Höhlenruine).cite-ref-trimmel-d-9-0[9]
Bezeichnungen
Höhlen werden hĂ€ufig nach einem kennzeichnenden oder besonders auffĂ€lligen Merkmal bezeichnet. Höhlen, in denen Tropfsteinbildungen in gröĂerem MaĂe auftreten, werden als Tropfsteinhöhlen bezeichnet. Eishöhlen sind Höhlen mit Eisbildungen, in Wasserhöhlen werden unterirdische GewĂ€sser angetroffen. FĂŒr Höhlen mit Knochenlagern als Ăberreste rezenter oder ausgestorbener Tiere ist die Bezeichnung Knochenhöhlen ĂŒblich. FĂŒr die vom Menschen genutzten Höhlen richtet sich die Benennung nach dem jeweiligen Verwendungszweck. Solche Bezeichnungen sind jedoch nicht eindeutig, da sich der Raumcharakter, insbesondere bei gröĂeren Höhlen, Ă€ndern kann. In der Dachstein-Rieseneishöhle befinden sich neben Höhleneis auch ein eisfreier Teil mit Tropfsteinbildung und Abschnitte, in denen Ăberreste von HöhlenbĂ€ren gefunden wurden.cite-ref-trimmel-d-9-1[9]
SpelÀogenese
Der Entwicklungsgang einer Höhle (SpelĂ€ogenese) ist durch das Zusammenwirken vieler Faktoren beeinflusst. Das Zusammenspiel der formenden EinflĂŒsse und KrĂ€fte ist zu jeder Zeit und an jedem Ort anders. Das aktuelle Erscheinungsbild einer Höhle ist somit das Ergebnis eines erdgeschichtlich mehr oder weniger langen Werdeganges, aber nur eine vorĂŒbergehende, eben erreichte Phase im gesamten Entwicklungsgang. Innerhalb eines Höhlensystems gehören hĂ€ufig nicht alle HöhlenrĂ€ume der gleichen Phase der Entwicklung an. In diesem Fall bezieht sich die Entwicklung nicht auf das gesamte System, sondern immer nur auf einen einzelnen Höhlenraum bzw. -abschnitt.cite-ref-trimmel-a-10-0[10]
Entstehung
PrimÀre Höhlen
PrimÀre Höhlen sind Höhlen, die annÀhernd gleichzeitig mit dem sie umgebenden Gestein entstanden sind.
Lavaröhren
â
Hauptartikel
:
Lavaröhre
Lavaröhren entstehen beim Erkalten schnellflieĂender Lava von relativ niedriger ViskositĂ€t. Da die FlieĂgeschwindigkeit und die Temperatur der Lava an den RĂ€ndern und vor allem an der OberflĂ€che des Lavastroms am niedrigsten sind, erstarrt die Lava dort zuerst und es bilden sich ein Dach und DĂ€mme an den Seiten. Die Lava flieĂt in einer thermisch isolierten Röhre und kann ĂŒber sehr lange Strecken flĂŒssig bleiben. Solche Höhlen befinden sich hĂ€ufig auf Hawaii, Island und den Kanarischen Inseln. Die Kazumura Cave auf Hawaii ist mit einer LĂ€nge von 65,5 Kilometern die lĂ€ngste bekannte Lavaröhre.cite-ref-gulden3-11-0[11]
Blasenhöhlen
Bei Blasenhöhlen handelt es sich um HohlrĂ€ume, die zur Zeit der Erstarrung von Lava mit Gasen erfĂŒllt waren und die von der erstarrenden Schmelze umschlossen wurden. Erst spĂ€ter entstand durch Erosion oder die Bildung von Störungslinien eine Ăffnung zur OberflĂ€che. Mit dem Entstehen einer Tagöffnung trat an Stelle der Gase atmosphĂ€rische Luft ein und die Höhle wurde zugĂ€nglich. Blasenhöhlen sind selten und haben meist nur eine geringe Ausdehnung von weniger als 100 m. Die meisten und gröĂten Blasenhöhlen befinden sich in der Umgebung des Fentale in Ăthiopien.cite-ref-belay-2021-12-0[12] Die Grotte du Chien in Frankreich ist die einzige Blasenhöhle, die als Schauhöhle zugĂ€nglich ist.cite-ref-duckeck-blister-13-0[13]
Tuffhöhlen
Zahlreiche kleine PrimÀrhöhlen entstanden, wenn bei der Bildung von Karbonat-Sedimenten (z. B. bei der Kalktuffbildung) die HohlrÀume wÀhrend der Sedimentation ausgespart blieben, oder sie entstanden, bevor Prozesse der Zementation oder Diagenese einsetzten.
SekundÀre Höhlen
SekundÀre Höhlen sind Höhlen, die spÀter als das sie umgebende Gestein entstanden.
SekundÀre Höhlen befinden sich in Gesteinen, die im weitesten Sinne wasserlöslich sind, also vor allem in den verschiedenen Arten von Kalksteinen. Regenwasser enthÀlt Kohlenstoffdioxid, das es abhÀngig von seiner Temperatur lösen kann. KÀlteres Wasser kann mehr Kohlenstoffdioxid lösen. AbhÀngig von der Kohlenstoffdioxidkonzentration des Wassers kommt es zur KohlensÀureverwitterung des Kalks.
H 2 O + C O 2 â â H 2 C O 3 , {\displaystyle \mathrm {H_{2}O+CO_{2}\rightleftharpoons H_{2}CO_{3}} ,}
C a C O 3 + H 2 C O 3 â â C a ( H C O 3 ) 2 . {\displaystyle \mathrm {CaCO_{3}+H_{2}CO_{3}\rightleftharpoons Ca(HCO_{3})_{2}} .}
Durch Kapillarwirkung dringt das Wasser in feine Ritzen des Gesteines ein und löst Kalk. Das alleine erklĂ€rt noch keine wesentliche Höhlenbildung. Da jedoch die FĂ€higkeit des Wassers, Kalk zu lösen, nicht linear mit der Kohlenstoffdioxidkonzentration verlĂ€uft, kommt es zur so genannten Mischungskorrosion: Treffen im Berg zwei verschiedene mit Kalk gesĂ€ttigte Lösungen aufeinander und vermischen sich diese, entsteht eine neue Konzentration von Kohlenstoffdioxid, die zusĂ€tzlich Kalk lösen kann. So kann an dieser Stelle ein gröĂerer Hohlraum entstehen. Dies ist sozusagen der SchlĂŒssel zur Höhlenbildung.
Epigene und hypogene Entstehung
Epigene Höhlen werden durch OberflĂ€chenwasser gebildet, dessen LösungskapazitĂ€t von Bedingungen an der OberflĂ€che bestimmt wird. Das gelöste Kohlendioxid entstammt der AtmosphĂ€re und dem Boden. Mindestens 80â90 % der bekannten Höhlen sind epigene Höhlen.
Hypogene Höhlen entstehen durch aus der Tiefe aufsteigendes Wasser, in dem neben Kohlendioxid auch Schwefelwasserstoff gelöst sein kann. Dies können etwa Thermalquellen in der NÀhe von ErdöllagerstÀtten oder vulkanischen Erscheinungsformen sein. In Anwesenheit von gelöstem Sauerstoff wird der Kalk durch SchwefelsÀureverwitterung in wesentlich besser wasserlöslichen Gips umgewandelt. Durch dabei freigesetztes Kohlendioxid tritt zusÀtzlich KohlensÀureverwitterung auf.
2 H 2 S + 3 O 2 â¶ â¶ 2 H 2 S O 3 , {\displaystyle \mathrm {2\;H_{2}S+3\;O_{2}\longrightarrow 2\;H_{2}SO_{3}} ,}
2 H 2 S O 3 + O 2 â¶ â¶ 2 H 2 S O 4 , {\displaystyle \mathrm {2\;H_{2}SO_{3}+O_{2}\longrightarrow 2\;H_{2}SO_{4}} ,}
C a C O 3 + H 2 S O 4 + H 2 O â¶ â¶ C a S O 4 â
â
2 H 2 O + C O 2 . {\displaystyle \mathrm {CaCO_{3}+H_{2}SO_{4}+H_{2}O\longrightarrow CaSO_{4}\cdot 2\;H_{2}O+CO_{2}} .}
Bekannte Höhlen dieses Typs sind die Lechuguilla-Höhle und die wassergefĂŒllte Doline ZacatĂłn. Eine durch kohlendioxidhaltiges Thermalwasser gebildete Höhle ist der HranickĂĄ propast.
Typen
Bezeichnung nach der Entstehung
⹠ausbruchsh-c3-b6hleausbruchsh-hleAuswitterungshöhle, auch Ausbruchshöhle genannt, durch mechanische Prozesse wie Frostsprengung oder Regenwasserauswaschungen entstanden
⹠Brandungshöhle: durch Brandung entstanden
⹠Erosionshöhle: durch Erosion entstandene SekundÀrhöhle
⹠Inkasionshöhle: durch Verbruch entstanden
⹠Korrosionshöhle: durch Korrosion entstanden
⹠Laughöhle: durch Lösung des Gesteins ohne chemische Umsetzung entstanden (etwa Salzhöhle)
⹠Tektonische Höhle: durch tektonische KrÀfte entstanden
⹠Versturzhöhle: durch Versturz entstanden
⹠Windhöhle oder Àolische Höhle: durch Winderosion entstanden
bruchfugenh-c3-b6hlebruchfugenh-hlekluftfugenh-c3-b6hlekluftfugenh-hleklufth-c3-b6hleklufth-hleschichtfugenh-c3-b6hleschichtfugenh-hlespaltenh-c3-b6hlespaltenh-hle Die Kluftfugenhöhle wird auch Klufthöhle oder Spaltenhöhle genannt. Es ist eine entlang von KlĂŒften tektonisch angelegte Höhle, die durch die Korrosion in verkarstungsfĂ€higen Gesteinen (z. B. Dolomit) entlang einer Kluft entstand. Eine Bruchfugenhöhle ist eine an Bruchfugen gelegene Höhle. Eine Schichtfugenhöhle ist an Schichtfugen entstanden.
Entwicklung
Sowohl in den vorrangig durch Lösungsprozesse gebildeten SekundĂ€rhöhlen, aber auch in den PrimĂ€rhöhlen treten die erosiven (mechanischen) KrĂ€fte des Wassers weiterhin formend in Erscheinung, man spricht dann von aktiven Wasserhöhlen. Ist der Hohlraum ausreichend, dass groĂe Wassermengen durchflieĂen können, ist es möglich, dass das Wasser von der Decke gebrochene FelsstĂŒcke forttransportiert und so den Höhlenraum wesentlich verĂ€ndert. Im Laufe der Zeit dringt Wasser in immer tiefere Gebiete des Berges vor und die frĂŒher durchflossenen werden mehr oder weniger wasserfrei.
WĂ€hrend dieses Bildungsprozesses kann man unterscheiden:
âą Phreatische Höhlen: Diese sind gĂ€nzlich von Wasser ausgefĂŒllt, z. B. Quellhöhlen.
âą Aktiv vadose Höhlen: Diese sind noch regelmĂ€Ăig von Wasser durchflossen, die Höhlenbildung in diesen Teilen ist noch nicht abgeschlossen.
⹠Inaktiv vadose Höhlen: Diese sind trocken, die Höhlenbildung ist abgeschlossen.
In groĂen Höhlensystemen mit betrĂ€chtlichen Höhenunterschieden kann man alle drei Erscheinungsbilder antreffen. Die tiefsten Teile stehen oft komplett unter Wasser, die mittleren Etagen sind von Wasser durchflossen und die höchsten sind trocken. Hier setzt auch der langsame Verfall der Höhle ein: Teile der Decke können einstĂŒrzen. Geschieht dies knapp unter der ErdoberflĂ€che, so kann man dies anhand von Dolinen (Einsturztrichtern) erkennen (siehe auch: Cenote).
Höhleninhalt
Der Höhlenraum ist auf verschiedene Weise ganz oder teilweise ausgefĂŒllt. Eine Höhle kann im Laufe ihrer Entwicklung mehrmals ausgerĂ€umt und spĂ€ter wieder mit Ablagerungen erfĂŒllt worden sein.
Feste Stoffe
Auothoner Höhleninhalt sind feste Stoffe, die in der Höhle selbst entstanden sind. Sie sind entweder noch am Entstehungsort oder wurden innerhalb der Höhle umgelagert. Ist ein Teil des festen Höhleninhaltes von auĂen in die Höhle gelangt, etwa durch Einwehung, Einrutschung, Einschwemmung oder Einschleppung durch Organismen, wird der Höhleninhalt als allochthon bezeichnet.cite-ref-trimmel-f-19-0[19]
Mineral- und Gesteinsbildung
â
Hauptartikel
:
SpelÀothem
Als SpelÀothem oder Höhlenmineral wird sekundÀre Mineralablagerung in Höhlen bezeichnet. Die am hÀufigsten vorkommenden SpelÀotheme sind Sinter oder Tropfsteine. Meistens bestehen sie aus den Mineralen Calcit und Aragonit, Modifikationen der Verbindung Calciumcarbonat (Kalk); hÀufig sind auch verschiedene Formen von Gips.
Lockere Sedimente
Sande und Schotter sind in Höhlen sehr hĂ€ufig anzutreffen. Als Höhlenlehm bezeichnet man bodenkundlich sehr verschiedenartige lockere Sedimente der Höhlen, die gelegentlich in groĂen Mengen auftreten. Sie bestehen aus schweren Tonen bis feinsandigen Lehmen und sind meist die unlöslichen RĂŒckstĂ€nde des Kalksteins. In tropischen und subtropischen Höhlen befinden sich sehr oft ausgedehnte LagerstĂ€tten von Guano von Vögeln oder FledermĂ€usen.cite-ref-trimmel-g-20-0[20]
FlĂŒssigkeiten
Wasser ist der wichtigste flĂŒssige Höhleninhalt. Je nach der Art des Eintritts von WĂ€ssern in eine Höhle und der eintretenden Wassermenge unterscheidet man Tropf- und Sickerwasser, Kondenswasser, Schmelzwasser, flieĂende HöhlenwĂ€sser (HöhlenbĂ€che und HöhlenflĂŒsse) und Höhlenseen (stehende HöhlengewĂ€sser). Befinden sich in einer Höhle Thermalquellen, können sich Temperatur und Zusammensetzung der gelösten Stoffe deutlich von den Eigenschaften des eindringenden OberflĂ€chenwassers unterscheiden.cite-ref-trimmel-h-21-0[21]
Gase
Im Normalfall entspricht die Zusammensetzung der Höhlenluft jener der AuĂenluft. Sie kann unter gewissen Voraussetzungen jedoch deutlich abweichen. In Gebieten mit vulkanischer TĂ€tigkeit oder in NĂ€he von ErdöllagerstĂ€tten können in eine Höhle auch KlĂŒfte einmĂŒnden, durch die dem Höhlenraum Gase zugefĂŒhrt werden. Dies sind vor allem Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff. Ein bekanntes Beispiel fĂŒr erhöhten Kohlenstoffdioxidgehalt ist die Grotta del Cane, in die aus KlĂŒften im Kalk vulkanische Gase eingeblasen werden, die rund 77 % CO2 enthalten.cite-ref-trimmel-i-22-0[22]
Klima
Obwohl HöhlenrĂ€ume durch ihre EingĂ€nge mit der AuĂenwelt in Verbindung stehen, bildet sich ein eigenes Mikroklima. Dieses ist im Wesentlichen durch folgende Merkmale gekennzeichnet: stark verminderte Temperaturschwankungen und eine deutliche Verzögerung im Jahresrhythmus; eine Luftschichtung, die jener in geschlossenen RĂ€umen entspricht und eine hohe Luftfeuchtigkeit.cite-ref-mrkos-a-23-0[23]
Temperatur
Infolge fehlender Sonneneinstrahlung wird die Temperatur in Höhlen vor allem von der des sie umschlieĂenden Gesteins bestimmt und damit weitgehend konstant gehalten. Abgesehen von tief im Berge liegenden Teilen, wo bereits ein Einfluss der ErdwĂ€rme festgestellt werden kann, entspricht die Gesteinstemperatur der jeweiligen Jahresmitteltemperatur an der ErdoberflĂ€che. Daraus folgt, dass sich VerĂ€nderungen des GroĂklimas auch in Höhlen bemerkbar machen.cite-ref-mrkos-a-23-1[23] Zu den heiĂen Höhlen zĂ€hlen Khaf Hamam im Dschabal Hafit mit 37 °C und Rhar es-Skhoun in Algerien mit 30 bis 33 °C. In der inzwischen wieder verschlossenen und mit FlĂŒssigkeit erfĂŒllten Höhle Cueva de los Cristales in Naica wurden Lufttemperaturen von 60 °C gemessen. Kalte Höhlen sind hĂ€ufiger und vor allem in der Arktis und in Gebirgen vertreten. Im Jochloch, das sich in 3470 m Höhe zum Jungfraujoch öffnet, betrĂ€gt das Jahresmittel â5 °C.cite-ref-wenger-a-24-0[24]
Luftfeuchtigkeit
Das von der OberflĂ€che eindringende Wasser sorgt fĂŒr eine permanente Feuchtigkeit des umschlieĂenden Gesteins (bergfeucht). Dementsprechend liegt die relative Luftfeuchtigkeit im Normalfall zwischen 95 und 100 %. Somit kann bereits eine geringe Temperaturschwankung zur ĂbersĂ€ttigung und damit zur Kondensation von Wasserdampf zu fĂŒhren. Entströmt bei kalter AuĂenluft nahezu gesĂ€ttigte Höhlenluft, kann es im Eingangsbereich zur Bildung von Luftmischungsnebel kommen.cite-ref-mrkos-c-25-0[25]
WetterfĂŒhrung
Die Art und IntensitĂ€t der WetterfĂŒhrung oder Bewetterung, in Anlehnung an die Ausdrucksweise im Bergbau, werden wesentlich von dem Umstand beeinflusst, ob nur ein Höhleneingang besteht oder ob mehrere wetterwegsame Ăffnungen vorhanden sind, wobei deren unterschiedliche Höhenlage oder Richtung die Luftzirkulation zusĂ€tzlich fördern. Es können zwei Grundtypen unterschieden werden.cite-ref-mrkos-a-23-2[23]
Statische WetterfĂŒhrung
Statische WetterfĂŒhrung findet bei Höhlen mit nur einem Eingang statt. Der Luftaustausch zwischen Höhle und AtmosphĂ€re ist relativ schwach, da Ein- und Austritt der Luft gleichzeitig bei einem Eingang erfolgt. Ein nennenswerter Luftstrom kommt ĂŒberhaupt nur dann zustande, wenn die in der Höhle lagernde Luft verdrĂ€ngt werden kann. Dadurch können auch relativ kleine Höhlen bei vorwiegend vertikaler Erstreckung eine Temperatur aufweisen, die deutlich von der Jahresmitteltemperatur ihrer Umgebung abweicht, wobei je nach der Lage des Einganges zwei Gruppen unterschieden werden können.
Vom Eingang aus absinkende Höhlen weisen eine Temperatur auf, die deutlich unter dem Jahresmittel liegt. Dies entsteht dadurch, dass in sie nur die spezifisch schwerere Kaltluft eindringen kann, mit der sowohl die Höhlenluft als auch das umschlieĂende Gestein abgekĂŒhlt werden. Eine Luftbewegung findet daher hauptsĂ€chlich im Winter statt und sie ist umso stĂ€rker, je kĂ€lter es im Freien ist. Bei höheren AuĂentemperaturen, vor allem im Sommer, stagniert der Luftaustausch. Der Kaltluftsee in der Höhle bleibt ungestört und wird nur langsam durch das umgebende Gestein erwĂ€rmt. Bei Auftreten von Eis wird der Temperaturanstieg durch den zu dessen Schmelzen notwendigen WĂ€rmeverbrauch zusĂ€tzlich verlangsamt. Diese Art von Höhle wird auch als âEiskellerâ bezeichnet. Dort kann sich, auch bei geringerer Höhenlage, Eis das ganze Jahr ĂŒber erhalten.cite-ref-mrkos-b-26-0[26]
Aufsteigende HöhlenrĂ€ume speichern die WĂ€rme. Bei hoher AuĂentemperatur tritt die relativ kĂŒhle Höhlenluft an der Sohle des Einganges aus. An der Decke strömt Warmluft ein und das Höhleninnere erwĂ€rmt sich. Bei diesen Höhlen findet der Luftaustausch vor allem im Sommer statt. Hingegen kann die kalte, schwere Winterluft in solche als âBackofentypusâ bezeichnete Höhlen nicht eindringen. Deren Durchschnittstemperatur kann um mehr als 5 °C ĂŒber der ihrer Umgebung liegen, im Winter ist der auf einem kleinen Bereich auftretende Temperaturunterschied besonders bemerkbar. Sie sind gute ĂberwinterungsplĂ€tze fĂŒr Tiere, insbesondere fĂŒr Insekten.cite-ref-mrkos-b-26-1[26]
Dynamische WetterfĂŒhrung
Dynamische WetterfĂŒhrung tritt bei Höhlen mit mindestens zwei EingĂ€ngen bzw. wetterwegsamen Ăffnungen in verschiedener GelĂ€ndelage auf. Da die meisten und vor allem gröĂere oder verzweigte Höhlen mehrere Verbindungen mit der AuĂenwelt haben, ist die dynamische WetterfĂŒhrung der hĂ€ufigere Typus. Trotz starker Luftströmungen bleiben bei Betrachtung der gesamten Höhle stets die Gesetze der Luftschichtung in geschlossenen RĂ€umen erhalten. Die kĂ€ltesten Luftmassen befinden sich in den tiefsten, die wĂ€rmste, spezifisch leichteste Luft lagert in den höchsten Höhlenteilen. Allerdings ist der Luftaustausch bei dynamisch bewetterten Höhlen wesentlich intensiver als bei statischer Bewetterung. Charakteristisch ist dabei, dass der Luftstrom jeweils nur eine einheitliche Richtung einschlĂ€gt. Infolge der stĂ€rkeren Luftzirkulation ist der Einfluss der AuĂentemperatur auf die tagnahen Höhlenteile groĂ und nimmt erst allmĂ€hlich zum Höhleninneren ab. Es werden zwei Phasen der dynamischen Bewetterung unterschieden, bei denen es zu einem Richtungswechsel der Luftströmung kommt.cite-ref-mrkos-b-26-2[26]
Die Winterphase ist dadurch gekennzeichnet, dass die Höhlenluft an den unteren HöhleneingĂ€ngen bergwĂ€rts strömt. Sie tritt dann ein, wenn die AuĂentemperatur niedriger ist als die in den HöhlenrĂ€umen. Die relativ wĂ€rmere Höhlenluft tritt bei den höchstliegenden wetterwegsamen Höhlenöffnungen aus. Der Umstand, dass der Temperaturabfall in der Luftschichtung von Höhle und AtmosphĂ€re entgegengesetzt ist, verstĂ€rkt durch den Kamineffekt die IntensitĂ€t der Luftströmung. Die Sommerphase tritt ein, wenn die AuĂentemperatur an den HöhleneingĂ€ngen höher ist als die der Höhlenluft. Der Luftzug in der Höhle ist in dieser Phase abwĂ€rts gerichtet, weil die relativ kalte und damit schwerere Höhlenluft durch die tiefliegenden Höhlenöffnungen abflieĂt. Die Umgebung solcher Kaltluftaustritte kann durch ein Mikroklima gekennzeichnet sein, das zu KrĂŒppelwuchs bei den Pflanzen fĂŒhrt, im Extremfall können Frostböden entstehen.cite-ref-mrkos-b-26-3[26]
Fauna
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Hauptartikel
:
Höhlentier
Höhlen stellen durch das völlige Fehlen von Licht (aphotisch) einen speziellen Lebensraum dar. Arten die wĂ€hrend ihres gesamten Lebenszyklus keinen Kontakt zur AuĂenwelt haben, werden als Troglobionten bezeichnet. Die auffĂ€lligsten Merkmale sind oft das Fehlen von Augen (Anopthalmie) und der HautfĂ€rbung (Depigmentierung). Die in der NĂ€he der HöhleneingĂ€nge lebenden Arten werden als troglophil, HöhlengĂ€ste als trogloxen bezeichnet.
Flora
Photoautotrophe Pflanzen können nur in der Eingangsregion oder im Umkreis von Beleuchtungskörpern, die im aphotischen Höhleninneren angebracht sind, vorkommen (Lampenflora). Die in den Höhlen angetroffenen Pilze haben seltener eine parasitische, hĂ€ufiger eine saprophytische Lebensweise. Ihre Nahrung stellen organische Stoffe dar, die gröĂtenteils von auĂen her in die Höhle gelangt sind. Ausgedehnte, verzweigte Myzelien findet man am hĂ€ufigsten in Schauhöhlen, in denen Holz zur Herstellung von ErschlieĂungsanlagen verwendet wurde.cite-ref-trimmel-e-27-0[27]
Geographische Verbreitung
Höhlen befinden sich auf allen Kontinenten, insbesondere in Karstgebieten, die rund 15 % der ErdoberflĂ€che bedecken. Durch die Löslichkeit des Gesteins bieten sie gĂŒnstige Voraussetzungen fĂŒr die Höhlenbildung. Sehr groĂe Höhlen findet man vorwiegend in Regionen mit Kalksteinplateaus geringer Höhe, wie etwa die Interior Low Plateaus in den Bundesstaaten Tennessee und Kentucky mit der Mammoth Cave als lĂ€ngsten Höhle der Welt. GroĂe Höhlen gibt es auch in den Gebirgen, dort jedoch eher an den Talflanken und in geringer Höhe. Das Höllloch in der Zentralschweiz ist ein bekanntes Beispiel. FĂŒr eine Karstregion mit bekanntem Untergrund wird eine GanglĂ€nge von mindestens 3 bis 5 km pro kmÂČ angenommen. Einen Extremfall bilden die ukrainischen Gipshöhlen in der Podolischen Platte mit 100 km GanglĂ€nge pro kmÂČ. Weltweit betrĂ€gt die Durchschnittsdichte der bekannten GĂ€nge 0,1 km/kmÂČ. Die Zahl der bisher entdeckten Höhlen und der erforschten Höhlenstrecken hĂ€ngt stark von Dauer und IntensitĂ€t der Höhlenforschung im jeweiligen Gebiet ab.cite-ref-wenger-b-28-0[28]
LÀngste und tiefste Höhlen
| Rang | Name | Land, Gebiet | L | V |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mammoth Cave | Kentucky , Edmonson County | 685.581 | 124 |
| 2 | Sistema Ox Bel Ha b | Quintana Roo , Tulum | 496.804 | 188 |
| 3 | Shuanghedong | Guizhou , Suiyang | 439.700 | 912 |
| 4 | Sistema Sac Actun a | Quintana Roo , Tulum | 386.122 | 119 |
| 5 | Jewel Cave | South Dakota , Custer County | 354.860 | 254 |
| 12 | Hölloch | Schwyz , Muotatal | 212.526 | 1033 |
| 14 | Schönberg-Höhlensystem | Steiermark , Oberösterreich | 156.942 | 1061 |
| 247 | Riesending-Schachthöhle | Bayern , Bischofswiesen | 25.200 | 1149 |
| L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] a Unterwasser 378,56 km, 51,7 m See, 7,51 km trocken b Unterwasser | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] a Unterwasser 378,56 km, 51,7 m See, 7,51 km trocken b Unterwasser | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] a Unterwasser 378,56 km, 51,7 m See, 7,51 km trocken b Unterwasser | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] a Unterwasser 378,56 km, 51,7 m See, 7,51 km trocken b Unterwasser | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] a Unterwasser 378,56 km, 51,7 m See, 7,51 km trocken b Unterwasser |
| Rang | Name | Land, Gebiet | L | V |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Werjowkina | Abchasien , Arabika-Massiv | 12.700 | 2212 |
| 2 | Woronja-Höhle | Abchasien , Arabika-Massiv | 16.058 | 2199 |
| 3 | Boybuloq | Surxondaryo | 25.000 | 2033 |
| 4 | Sarma | Abchasien , Rajon Gagra | 6.370 | 1830 |
| 5 | Illyuzia-Mezhonnogo-Snezhnaya | Abchasien , Bsipi-Gebirge | 24.080 | 1760 |
| 7 | Lamprechtsofen | Salzburg , Obsthurn | 60.000 | 1727 |
| 26 | Siebenhengste-Hohgant-Höhle | Bern , Habkern | 164.500 | 1340 |
| 66 | Riesending-Schachthöhle | Bayern , Bischofswiesen | 25.200 | 1149 |
| L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] | L VermessungslÀnge [m] V Vertikalerstreckung [m] |
Nutzung und Erforschung
Höhlen dienten manchmal auch dem dauerhaften Aufenthalt von Menschen, z. B. als WohnstĂ€tte (Wohnhöhle). Entsprechende Spuren fand man in der StefĂĄnshellir in Island. In SĂŒdeuropa und anderen wĂ€rmeren LĂ€ndern gab und gibt es Menschen, die in kĂŒnstlichen Wohnhöhlen leben, etwa in Griechenland (z. B. MetĂ©ora-Klöster, MĂĄtala) und Jordanien (Petra).
NatĂŒrliche Höhlen wurden zudem von vorzeitlichen Menschen aufgesucht, die sie als KultstĂ€tte nutzten und ggf. auch als solche gestalteten (Höhlenmalerei, Petroglyphen). Höhlen sind hĂ€ufige Fundstellen fĂŒr gut erhaltene Höhlenfunde aus der Steinzeit und damit von groĂer Bedeutung fĂŒr die archĂ€ologische Forschung. Ganze Höhlengruppen wurden in diesem Sinne zusammengefasst, etwa die Höhlen der Ă€ltesten Eiszeitkunst auf der SchwĂ€bischen Alb. Ein aktuelles Beispiel fĂŒr eine archĂ€ologisch aktiv erforschte Höhle ist die BlĂ€tterhöhle in Hagen. Höhlenfunde dienen auch der Erforschung von Fauna und Flora sowie als Klimaarchiv, in dem neben Tropfsteinen auch Gangformen und Sedimentablagerungen Aufschluss ĂŒber die Klimaentwicklung geben können.
Heute ist auch die touristische Nutzung in Form von Schauhöhlen von Bedeutung. Schon das strecken- und zeitweise Ausleuchten mit kĂŒnstlichem Licht lĂ€sst beginnend an den Stellen hoher BeleuchtungsstĂ€rke, sichtbar am ErgrĂŒnen, Vegetation mit Chlorophyll, etwa die sich durch feine Sporen verbreitende Moose aufkeimen.
Weniger erwĂŒnscht ist die Nutzung als Steinbruch, insbesondere fĂŒr den Zweck des Abbaus von Tropfsteinen zum Verkauf an Steinsammler oder die Schmuckherstellung. So wurden in weiten Gegenden der Dritten Welt Höhlen, die der Wissenschaft oft noch unbekannt sind, komplett leergerĂ€umt. Ein anderes Abbauprodukt aus Höhlen ist Fledermausguano.
Umstritten ist die Nutzung von Höhlen beim Höhlenwandern.
Die Erforschung von Höhlen bezeichnet man als Höhlenforschung oder SpelÀologie. Sie wird in aller Regel von ehrenamtlich tÀtigen Höhlenforschern vorgenommen, die ihre Ergebnisse in Höhlenkatastern sammeln.
Bei allen Nutzungsformen bestehen erhebliche Konflikte zwischen der wirtschaftlichen Nutzung und den Interessen des Höhlenschutzes.
Höhle als Motiv
HÀufig tauchen Höhlen als Motiv in Mythen, TrÀumen oder MÀrchen auf. Nach der analytischen Psychologie in der Tradition Carl Gustav Jungs handelt es sich hierbei um eine besondere AusprÀgung des Mutterarchetyps.
Im Höhlengleichnis des griechischen Philosophen Platon wird das Leben in der sinnlich wahrnehmbaren Welt mit dem Leben von Menschen verglichen, die in einer Höhle leben und so angebunden und fixiert sind, dass sie nur Schatten an der Höhlenwand erkennen können und diese fĂŒr die RealitĂ€t halten.
Höhle als Ort fĂŒr Musik
Höhlen werden zunehmend fĂŒr musikalische Zwecke genutzt, weil sich dort eine oft sonderbare und mystische Akustik einstellt, die von Musikern geschĂ€tzt wird. Diese wird durch komplexe Diffusion erzeugt, wobei Wellen in unterschiedlichen Richtungen in einer Weise gestreut werden, die in rechteckigen RĂ€umen unbekannt ist.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Ein Beispiel aus Deutschland ist die Balver Höhle im Sauerland.
Sonstiges
500 Tage lebte die Spanierin Beatriz Flamini isoliert in einer Höhle, womit sie vermutlich einen neuen Weltrekord aufgestellt hat. Im Jahr 2007 hat die Italienerin Christine Lanzoni 269 Tage in einer Höhle verbracht.cite-ref-36[36]
WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs versteckten sich mehrere jĂŒdische Familien bis zu 511 Tage in ukrainischen Höhlen.cite-ref-37[37] Der Dokumentarfilm No Place On Earth berichtet von den Forschungen und den Erlebnissen der Beteiligten.
Siehe auch
Filme
âą Planet Erde. Höhlenwelten. GroĂbritannien, Dokumentation, 45 Min. Ein Film von Alastair Fothergill, Produktion: BBC, 2006 (Inhaltsangabe (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) der ARD)
âą Höhlen â Welt ohne Sonne, Wunder der Erde und weitere Filme von Ernst Waldemar Bauer
âą Quarks & Co. RĂ€tselhafte Höhlen â wie wir die Welt unter unseren FĂŒĂen entdecken. 46 min, 12. MĂ€rz 2019, Stream & Download
Periodika
Literatur
⹠Hubert Trimmel: Höhlenkunde. 2. Auflage. Vieweg, Braunschweig 1982, ISBN 3-528-07126-5.
âą Hubert Trimmel: SpelĂ€ologisches Fachwörterbuch. Hrsg.: Landesverein fĂŒr Höhlenkunde in Wien und Niederösterreich. Wien 1965 (usf.edu [PDF; abgerufen am 7. Oktober 2021]).
âą Heinrich Mrkos: Das Höhlenklima. In: Veröffentlichungen aus dem Naturhistorischen Museum Neue Folge. Band 017. Wien 1979, S. 40â46 (zobodat.at [PDF; 3,3 MB; abgerufen am 21. September 2021]).
âą RĂ©my Wenger (Hrsg.): Höhlen. Welt ohne Licht. BLV, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-8354-0298-0.
Weblinks
Wiktionary: Höhle
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Höhle
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Höhle
â Quellen und Volltexte
âą Literatur von und ĂŒber Höhle im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Verband der Ăsterreichischen Höhlenforscher
⹠Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher
âą Schweizer Gesellschaft fĂŒr Höhlenforschung
⹠Liste der lÀngsten und tiefsten Höhlen Deutschlands
âą Liste der lĂ€ngsten und tiefsten Höhlen Ăsterreichs
⹠Liste der lÀngsten und tiefsten Höhlen der Schweiz
Einzelnachweise
cite-note-11. â Karsthöhlen â agsr. Abgerufen am 2. September 2023 (deutsch).
cite-note-22. â UNESCO International Day of Caves and Karst Abgerufen am 15. November 2025.
cite-note-fachw-rterbuch-a-33. â Hubert Trimmel: SpelĂ€ologisches Fachwörterbuch S. 34.
cite-note-v-h-44. â Lukas Plan: SpelĂ€ologie â Höhlenkunde. (PDF) Verband Ăsterreichischer Höhlenforscher, Oktober 2007, S. C1, abgerufen am 17. Oktober 2016.
cite-note-trimmel-c-55. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 6.
cite-note-trimmel-b-66. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 8â9.
cite-note-tauchsport-de-77. â Sac Actun â gröĂtest Unterwasserhöhlensystem der Welt von Deutschem entdeckt. In: tauchsport.de. 5. April 2007, archiviert vom Original am 21. Oktober 2021; abgerufen am 14. Juni 2023.
cite-note-qrss1-88. â Lange Unterwasserhöhlen in Quintana Roo Mexiko. NSS, Quintana Roo Speleological Survey (QRSS), 23. Januar 2023, abgerufen am 13. Juni 2023.
cite-note-trimmel-d-99. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 7.
cite-note-trimmel-a-1010. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 10.
cite-note-duckeck-blister-1313. â Jochen Duckeck: Blasenhöhlen. Abgerufen am 12. Oktober 2021.
cite-note-aurda-palmer-2015-1616. â Philippe Audra, Arthur N. Palmer: Research frontiers in speleogenesis. Dominant processes, hydrogeological conditions and resulting cave patterns. In: Acta Carsologica / Karsoslovni Zbornik. Band 44, Nr. 3. Postojna Dezember 2015, S. 315â348, doi:10.3986/ac.v44i3.1960 (englisch).
cite-note-duckeck-1717. â Jochen Duckeck: SpelĂ€ologie. 27. Dezember 2011, abgerufen am 18. Februar 2012.
cite-note-gallmann-1818. â Walter Gallmann: Höhlen & Höhlenentstehung. (PDF; 536 kB) Swiss Cave Diving Instructors, 12. Oktober 2006, abgerufen am 18. Februar 2012.
cite-note-trimmel-f-1919. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 41â42.
cite-note-trimmel-g-2020. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 67â71.
cite-note-trimmel-h-2121. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 74â80.
cite-note-trimmel-i-2222. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 89.
cite-note-mrkos-a-2323. â Heinrich Mrkos: Das Höhlenklima S. 40.
cite-note-wenger-a-2424. â RĂ©my Wenger: Höhlen. Welt ohne Licht S. 86.
cite-note-mrkos-c-2525. â Heinrich Mrkos: Das Höhlenklima S. 44.
cite-note-mrkos-b-2626. â Heinrich Mrkos: Das Höhlenklima S. 42â43.
cite-note-trimmel-e-2727. â Hubert Trimmel: Höhlenkunde S. 143â144.
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cite-note-qrss2-291. Dry Caves and Sumps of Quintana Roo Mexico. In: QRSS. National Speleological Society, 20. September 2022, abgerufen am 14. Juni 2023 (englisch).
cite-note-gulden2-302. Bob Gulden: Worlds longest caves. In: GEO2 Committee on long and deep caves. NSS, 21. August 2022, abgerufen am 11. September 2022 (englisch).
cite-note-313. Paul Burger: World Long Caves. In: cave-exploring.com. 25. November 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025 (englisch).
cite-note-gulden4-324. Bob Gulden: Worlds deepest caves. In: GEO2 Committee on long and deep caves. NSS, 21. August 2022, abgerufen am 11. September 2022 (englisch).
cite-note-335. Paul Burger: World Deep Caves. In: cave-exploring.com. 25. November 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025 (englisch).
cite-note-3434. â Höhlenkonzerte. 2018, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 9. Oktober 2020; abgerufen am 5. Oktober 2020. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.the-ocean-of-rhythm.com
cite-note-3636. â Experiment in Höhle - Spanierin lebte 500 Tage unter der Erde â «Jetzt erstmal duschen». In: srf.ch. 15. April 2023, abgerufen am 15. April 2023.
cite-note-3737. â Howard Reich: The real stories behind 'No Place on Earth'. In: chicagotribune.com. 18. April 2013, abgerufen am 18. April 2023 (englisch).